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Sri Lanka - Sigiriya, der Höhepunkt einer Rundreise

 

 

Sigiriya

Die Geschichte zu diesem besonderen Ort ist nicht so schön: Kassipa I (477-495 n. Ch.) war der Sohn einer Nebenfrau und somit nicht der Thronerbe. Kurzerhand ließ er seinem Vater lebendig einmauern und übernahm die Herrschaft. Doch im Leben bleibt nichts ungesühnt: Kassipa wurde seiner Herrschaft nicht froh, denn er fürchtete immer, dass sein Bruder und rechtmäßige Thronerbe, aus Indien zurückkehrt und ihm stürzt. Um sich sicherer zu fühlen, baute er einen Palast auf dem 200 m hohen Felsen. Sein Bruder kam im Jahr 495 zurück und im Zuge eines Kampfes begann Kassipa Selbstmord.

Schon aus der Ferne sieht man dem Felsen von Sigiriya und lässt die Erwartungen hochfliegen.  Sigiriya ist Weltkulturerbe und somit der Eintrittspreis nicht gerade günstig.

Wolkenmädchen:

Als erstes besuchen wir die Wolkenmädchen! Über eine Wendeltreppe, die in früher Leute in die Londoner U-Bahn brachte, führt der Weg zu ihnen:  17 Wolkenmädchen sind noch von den einst ca. 500 übrig geblieben und werden Sie verzaubern. Kostbar geschmückt, mit kunstvollen Frisuren – Edelsteine, Früchte und Blüten in den Händen - präsentieren sie sich auch heute noch und laden zum schauen, staunen und verweilen ein.

Der Weg führt uns weiter entlang der Spiegelmauer. Ich kann mich noch genau an unserem Reiseleiter aus dem Jahr 1990 erinnern: Er erklärte uns, dass die Mauer auch heute noch spiegelt (wir konnten das zwar nicht erkennen) und das die Glasur eine Mischung sei, die bislang nicht erforscht ist. Auf alle Fälle soll Eiweiß ein Hauptbestandteil sein. Was jedoch Tatsache ist, dass die Einheimischen hier immer wieder ihre Namen hinterlassen und somit die Glasur zerstören.

Zwischen zwei Löwenpranken beginnt der eigentliche Aufstieg auf den Sigiriya-Felsen. Vorsicht, wenn Sie nicht schwindelfrei sind!
Noch ein kurzes Wort von "Frau zu Frau": Am Sigiriya-Felsen bieten sich immer wieder "Helfer" an, die einem beim Aufstieg auf dem Löwenfelsen behilflich sein wollen. Vorsicht ist geboten, wir in Österreich würden zu denen "Greifjogerl" sagen, also Männer, die es darauf abgesehen haben, (weiße) Frauen zu begrabschen.

Mein Tipp: Wenn Sie schwindelfrei sind, brauchen Sie keine Hilfe - wenn Sie nicht schwindelfrei sind, verzichten Sie auf den Aufstieg!

Oben angekommen hat mein einen wunderbaren Ausblick auf den ehemaligen Vorgarten von Kassipa und  einen herrlichen Rundblick auf die verschiedenen Landschaften der Insel bis hin zu den Bergen. Auf dem Plateau des Felsen sind heute noch der Thron und der Swimmingpool vom König Kassipa zu bewundern.

Auszug aus dem Buch "Faszination Sri Lanka"
König Kasiyapa I.

War König Kasiyapa wirklich so grausam, wie uns alle Geschichtsschreiber erzählen wollen? Wahr wird wohl sein, dass er seinen Vater, König Dhatusena, bei lebendigem Leib einmauern und so zu Tode kommen ließ. Grausam, fürwahr.

Kasiyapa wollte ganz einfach der Thronfolger sein. Da er aber von einer Nebenfrau abstammte, verwehrte ihm sein Vater diesen Titel und bestimmte, dass sein Halbbruder Maggallana der künftige König werden sollte. Kasiyapa wurde zornig, ließ – wie erwähnt – seinen königlichen Vater einmauern und schlug seinen Halbbruder in die Flucht.

Kasiyapa suchte sich als Königssitz einen besonderen Platz aus: Etwa in der Mitte der Insel, von weither sichtbar, auf einem zweihundert Meter hohen Monolithfelsen. Hier errichtete er einen seiner Paläste, nämlich den, den er während der Regenzeit bewohnte und in den er sich zurückziehen konnte, wenn Gefahr seitens seines heimkehrenden Halbbruders drohte.

Kasiyapa war ein Künstler. Beim Anblick des Monolithfelsen sah er einen Löwen vor sich. An der Nordseite ließ er daher Löwenpranken und ein Löwenhaupt anbauen, die Augen bestanden aus ungeschliffenen, großen Rubinen und verliehen den Löwen einen Ausdruck der Macht. An der Südseite, beim Schwanz des Löwen, ließ Kasiyapa einen Stausee anlegen. Dieser versorgte nicht nur seine Lustgärten und Springbrunnen mit Wasser, sondern auch den auf dem Plateau gelegenen Swimmingpool. Um das Wasser auf die entsprechende Höhe pumpen zu können, ließ er Luftventilatoren einbauen – all das vor zirka 1500 Jahren.

Kasiyapa liebte die Frauen. Er liebte es besonders, wenn seine Dienerinnen ihm morgens frische Blumen brachten. Um die Mädchen auch beim Anstieg zum Felsen beobachten zu können, ließ er eine Spiegelmauer erbauen. Der Anstrich aus Honig, Kalk, Sand und noch immer nicht erforschten weiteren Zutaten glänzt auch heute noch.

Kasiyapa war auch ein begnadeter Maler. Ihn faszinierten die Mädchen, die im Morgennebel den Felsen erklommen und er wollte sie für die Ewigkeit festhalten. Er malte die Schönheiten in Einbuchtungen auf etwa halber Höhe „seines Felsens“. Etwa fünfhundert davon malte er, wie er sie sah: die kunstvollen Frisuren, die schönen Gesichter, die vollen Brüste, die schlanken Taillen – und den Morgennebel. Nicht einmal mehr zwanzig sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben, aber diese zeugen von der Schönheit seiner Dienerinnen.

Kasiyapa begnügte sich nicht mit einem einzigen Palast. In der Trockenzeit konnte man auch sehr gut unterhalb des Felsens wohnen. Ein zweiter Palast, Lustgärten – ein Wassergarten, ein Steingarten und ein Terrassengarten – wurden an der Westseite angelegt und viele erlauben sich auch heute noch einen Vergleich mit den Hängenden Gärten von Babylon.

Kasiyapa soll auch noch einen dritten Palast angelegt haben, unterirdisch und mit einem Zugang an der Ostseite. Näheres ist ungewiss.

Kasiyapa verweilte achtzehn Jahre in seinem Paradies, dann kam sein Halbbruder zurück. Es kam zum Kampf, jeder hatte seine Gefolgsleute im Hintergrund. Kasiyapa hatte wirklich Pech: Der Elefant, auf dem er ritt, witterte ein Moorloch und drehte um. Seine Soldaten sahen darin das Zeichen zum Rückzug und wendeten ebenfalls. Kasiyapa stand nun alleine dem Heer seines Halbbruders gegenüber und beging in seiner aussichtslosen Lage Selbstmord. Er schnitt sich mit seinem Schwert die Kehle durch, steckte das Schwert wieder in die Scheide – und fiel tot vom Elefanten.

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