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Polonnaruwa - die 2. Königshauptstadt von Sri Lanka

 

 

Polonnaruwa

Bereits im 7. Jhd. wurde Polonnaruwa unter dem Namen „Pulatthinagara" urkundlich erwähnt, König Ababodi III. stiftete hier ein Kloster.

Im 9. Jhd. – nach dem Ende der Anuradhapura-Periode – wurde Polonnaruwa Residenz der singhalesischen Könige. Aber schon 100 Jahre später konnten indische Invasoren die Stadt übernehmen, der indische Vizekönig hielt auch an Polonnaruwa als Hauptstadt fest. Jananathapura nannten die Inder die Stadt und versuchten von hier aus, den Süden – das Königreich Rohana (Ruhunu) – zu erobern.

Aber Vijayahabu I, ein König aus dem südlichen Königreich Rohana, konnte 1070 die indischen Cholas vertreiben, ließ sich in Anuradhapura krönen, behielt trotzdem Polonnaruwa als Hauptstadt.

Polonnaruwa aber erlebte seine Blütezeit unter Parakrama Bahu I. Aus seiner 33-jährigen Herrschaft stammen die großartigen Bauten, die man heute noch – teilweise als Ruinen – besichtigen kann. Parakrama Bahu I. war aber auch ein Baumeister für seine Untertanen – sein Leitspruch war: Kein Tropfen Regenwasser darf ins Meer fließen, ohne den Menschen nützlich gewesen zu sein. Viele der heutigen Stauseen auf der ganzen Insel entstanden unter seiner Herrschaft.

Sein Nachfolger Nissanka Mala wollte an die Bautätigkeit Parakrama Bahu anschließen, was ihm aber nicht wirklich gelang. Seine Bauwerke sind weniger stilsicher und zeugen von eiliger Bauweise.

1215 war das Ende der Polonnaruwa-Periode. Südindische Maghas zerstörten die Stadt und das Rajarata (das Land der Könige). Die Singhalesen flohen ins Bergland und überließen ihr Land dem Dschungel.

Erst im 19. Jhd. wurde Polonnaruwa wiederentdeckt; 1820 stolperte der englische Leutnant Fagan über die Ruinen. Um 1900 begann man mit Ausgrabungen und Restaurierungen und seit 1935 ist es zur Besichtigung freigegeben.

Die antike Stadt Polonnaruwa wurde 1982 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Heute kann man die alten Bauten bzw. deren Ruinen in einer parkähnlichen Landschaft besichtigen. Am schönsten finde ich den ehemaligen Königspalast, das Vatadage (Rundtempel) und das Thuparama, einen Tempel mit ganz besonderer Architektur. Beeindruckend sind auch die noch vorhandenen Mauern des ehemaligen Königspalastes. Eine Legende erzählt, dass hier jede der 500 Ehefrauen des Königs ein eigenes Zimmer hatte – also war es ein Palast mit mindestens 500 Räumen.

Etwas außerhalb findet man die Statuen von Gal Vihara – einer der schönsten Tempel Sri Lankas. Hier gibt es weitere Fotos und eine kurze Beschreibung -> klick.

Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Fahrer zu den verschiedenen Bauwerken fahren oder mieten Sie sich ein Fahrrad. Die Bauten liegen relativ weit auseinander und sind zu Fuß schlecht zu erreichen. Als Begleitbuch kann ich Ihnen den Stefan Loose Reiseführer Sri Lanka empfehlen, hier sind die Bauwerke genau und schön beschrieben (meiner Meinung ist es so besser, als sich vor Ort einen Fremdenführer zu nehmen).
Nach Möglichkeit planen Sie unbedingt einen ganzen Tag für die Besichtigung ein, sonst sehen Sie nur die Hälfte. Das wäre schade, bei dem hohen Eintrittspreis von 30 USD (Stand 2017).

Vorsicht mit Tuck-Tuck-Fahrern: Teilweise nehmen sie den vollen Eintrittspreis von den Gästen, passieren aber einen Seiteneingang, wo sie sich das "erschlichene Eintrittsgeld" mit den Wärtern teilen.

In der Nähe von Polonnaruwa ist die Familie Bandara zuhause, mit der ich seit länger Zeit befreundet bin. Warsha, die Tochter des Hauses, ist das Covergirl meines Bildbandes und der Vater und bietet Rundreisen und Ausflüge an. Sollten Sie Bedarf haben, wenden Sie sich bitte an ihm.

Auszug aus dem Buch "Faszination Sri Lanka"
Parakrama Bahu

Ein weiser König. Unter seiner Herrschaft im 12. Jahrhundert blühten Ceylon und seine damalige Hauptstadt, Polonaruwa, so richtig auf. Heutzutage würde man seine Leistungen als Wirtschaftswunder bezeichnen.

Sein Leitspruch war: „Kein Regentropfen darf ins Meer gelangen, ohne für den Menschen nützlich gewesen zu sein.“ Diesem Leitspruch folgend suchte er die besten Ingenieure des Landes, die ein ausgeklügeltes System an Stauseen, Schleusentoren und Kanälen errichteten. Nicht nur in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern auf der ganzen Insel. Immer wieder reiste er durchs Land, um sich zu vergewissern, ob seinen Anweisungen Folge geleistet bzw. ob ordentlich gearbeitet wird. Reis wurde auf jeder noch so kleinen Fläche angebaut und reiche Ernten versorgten die Bevölkerung, niemand musste Hunger leiden. Es ging sogar noch weiter: die Ernten waren so reichlich, dass der Reis nach Indien und China exportiert werden konnte. Parakramabahu war der erste Exporteur in der Geschichte Ceylons!

Zur damaligen Zeit gab es nicht wie heute große Flächen, die brach liegen und keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Parakramabahu wäre sicher traurig, wenn er sehen könnte, wie vertrocknet und verdorrt sich die Reisfelder heutzutage während der Trockenzeit präsentieren. Vom Reisexporteur ist Sri Lanka zum Reisimporteur geworden. Die Ironie dabei ist, dass die Handelsländer die gleichen geblieben sind – Indien und China.

Parakramabahu liebte die Schönheit der Frauen. Die Geschichte erzählt, dass er für seine fünfhundert Frauen einen siebenstöckigen Palast mit fünfhundert Zimmern errichten ließ. Die Grundmauern dieses Palastes kann man heute noch in Polonaruwa besichtigen, die Schönheiten leider nicht mehr. Er schätzte seine Frauen sehr. Zum Großteil kamen sie aus Indien und bekannten sich zum hinduistischen Glauben. Damit sie ihre Religion auch weiterhin ausüben konnten, ließ er gleich neben dem Palast einen Hindutempel errichten. Parakramabahu liebte die Schönheit der Architektur. Am Ufer des Stausees von Polonaruwa, dem Topa Wewa, errichtete er einen Inselgarten, den Geschichtsbücher mit dem Garten von Versailles vergleichen. Rechteckige und runde Swimmingpools luden ihn und seine Damen zum Baden und zu sonstigen Vergnügungen ein.

Parakramabahu liebte den Buddhismus. Ihm war es wichtig, dass sich seine Untertanen zum Buddhismus bekennen und er ließ unzählige Tempel auf der Insel, auch in den kleinsten Ortschaften, errichten. Auch die bereits beschriebenen Buddhastatuen von Gal Vihara sollen von ihm in Auftrag gegeben worden sein.

Parakramabahu kümmerte sich auch um die Gesundheit seiner Bevölkerung. Ein eigenes Ayurveda-Krankenhaus wurde während seiner Regierungszeit in Polonaruwa erbaut.

Parakramabahu war wahrscheinlich der letzte große König, der die ganze Insel regierte und mit seinem Wissen, seinem Können, seinem Glauben und seiner Weisheit das Land nachhaltig veränderte.

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