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Sri Lanka - Ceylontee

 

 

Ceylontee

Ein Schotte - James Taylor - war es, der anno 1867 die ersten Teesträucher von Indien nach Ceylon brachte.

Heute ist er der wichtigste Devisenbringer und war schon damals eine Goldgrube der Kolonialherren. Teeanbau ist nicht Sache von kleinen Bauern, Tee wird auf großen Plantagen produziert - auf Ihrer Rundreise können Sie viele davon besichtigen.

Besuchen Sie auch unbedingt eine Teefabrik und lassen Sie sich zeigen, wie Ceylontee verarbeitet wird: die frischen Teeblätter werden 12 bis 18 Stunden zum Trocknen aufgelegt, anschließend gerollt. Durch die Zerstörung der Blattzellen beginnt die Fermentierung und Oxydation, der Tee bekommt seine braune Farbe. 

Dieser Tee hätte aber noch zu viel Flüssigkeit, um sein volles Aroma zu entfalten und um haltbar zu sein. Deshalb werden die Teeblätter noch in einer Trocknungsanlage bei zirka zweihundert Grad nachgetrocknet. Diese Trocknungsanlage wird mit Holz befeuert, Gas oder Heizöl würde das feine Tee-Aroma zerstören. Durch Siebe werden die Qualitätsklassen sortiert, bis zum Schluss nur noch der „Staub“ übrigbleibt, dieser kommt in die Teebeutel oder wird als Düngemittel auf den Plantagen verstreut.

Auszug aus dem Buch "Faszination Sri Lanka":

Ceylon Tee - der Weg ist das Ziel!

Überall sattgrüne Teeplantagen, nur unterbrochen von den bunten Saris der Teepflückerinnen. Es ist unbedingt nötig, mehr über diese hier allgegenwärtige Pflanze zu erfahren und so begibt man sich in eine Teefabrik. Die Hitze und das ausströmende Aroma nehmen einem sofort gefangen. Bis in das 19. Jahrhundert war Kaffee das beliebteste Heißgetränk auf Ceylon, zweifelsohne war man Selbstversorger. Auf großen Flächen wurde Kaffee kultiviert und vor Ort geröstet. Dann kam das Schreckensjahr für den ceylonesischen Kaffee: 1860 zerstörte eine Pilzkrankheit fast sämtliche Kaffeepflanzen und die meisten Plantagenbesitzer gingen bankrott.
Bereits im Jahr 1849 versuchte sich der Schotte James Taylor im Teeanbau und legte seine erste kleine Plantage in den Bergen von Ceylon an.

Als nun die Kaffeeplantagen brach lagen, lag es nahe, Tee darauf zu kultivieren. Da die englischen Kolonialherren bereits Erfahrung mit dem Teeanbau in Indien hatten, brachten sie kurzerhand die Teesträucher nach Ceylon. Nicht nur die ehemaligen Kaffeeplantagen wurden bepflanzt, man ließ auch weitere Berghänge roden, um Tee im großen Ausmaß anzubauen.

Da man vor Ort keine geeigneten Arbeitskräfte fand, wurden unverzüglich Tamilen aus Indien in die Berge Ceylons verfrachtet. Hier wurden sie direkt auf den Plantagen angesiedelt, so entstand auf jeder Plantage ein kleines Tamilendorf. Die Frauen mussten den Tee pflücken, die Männer wurden zur Arbeit in der Teefabrik gebraucht.

Ein Teestrauch hat eine Lebensdauer von zirka fünfundvierzig bis fünfzig Jahren, bereits zwei Jahre nach der Pflanzung kann der erste Tee gepflügt werden. Im Abstand von fünf Jahren wird der Teestrauch auf eine Höhe von etwa zwanzig bis dreißig Zentimetern gekappt, nur die Wurzel und der Stamm bleiben erhalten. Man verwendet dazu eine Hacke, damit die Schnittfläche schön glatt ist und der Strauch wieder gut nachwachsen kann.

Alle sieben Tage muss ein Teestrauch abgeerntet werden. Die Pflückerin zupft dabei zwei Blätter und die Knospe ab, beim hochwertigen Silbertee nur die Knospe. Mittels Riemen über dem Kopf trägt die Teepflückerin einen Korb auf dem Rücken, in dem die Teeblätter gesammelt werden.

In der Teefabrik erfolgt die Weiterverarbeitung: die frischen Teeblätter werden etwa vierundzwanzig Stunden zum Trocknen aufgelegt, anschließend gerollt. Durch die Zerstörung der Blattzellen beginnt die Fermentierung und Oxydation, der Tee bekommt seine braune Farbe.  Dieser Tee hätte aber noch zu viel Flüssigkeit, um sein volles Aroma zu entfalten und um haltbar zu sein. Deshalb werden die Teeblätter noch in einer Trocknungsanlage bei zirka zweihundert Grad nachgetrocknet. Diese Trocknungsanlage wird mit Holz befeuert, Gas oder Heizöl würde das feine Tee-Aroma zerstören. Durch Siebe werden die Qualitätsklassen sortiert, bis zum Schluss nur noch der „Staub“ übrigbleibt, dieser kommt in die Teebeutel oder wird als Düngemittel auf den Plantagen verstreut.

Jede Plantage hat ihren eigenen Teetester. Dieser ist für gleichbleibende Qualität verantwortlich und erzählt auch gerne dem interessierten Besucher von seiner Tätigkeit und erklärt die Unterschiede der verschiedenen Teesorten.

Grundsätzlich wird auf Sri Lanka zwischen zwei Qualitäten unterschieden: Hochlandtee und Tieflandtee. Hochlandtee hat ein sehr feines Aroma, das vor allem die Engländer schätzen. Tieflandtee ist aufgrund der Sonneneinstrahlung bitter und wird in den arabischen Ländern bevorzugt.

Teefabriken waren bis zum Ende des letzten Jahrhunderts verstaatlicht. Es gab laufend Streiks der Arbeiterinnen und Arbeiter um bessere Wohn- und Arbeitsbedingungen sowie um mehr Lohn. Die Arbeitsniederlegungen hatten schwerwiegende Folgen: wie angeführt, muss der Teestrauch einmal pro Woche abgeerntet werden, sonst wächst er aus. Wenn nun die wöchentliche Ernte nicht erfolgt, muss der Teestrauch zusammengestutzt – abgehackt – werden. Natürlich dauert es dann wieder einige Wochen, bis neuerlich gepflückt, geerntet werden kann. Große Geldeinbußen waren die Folge. Die Regierung verkaufte die Teeplantagen an private Unternehmer, die teilweise mittels ausländischer Investoren und Abnehmer die Plantagen wieder gewinnbringend führen.

Teepflückerinnen haben auch heute noch eine große Lobby. Nach Demonstrationen im Herbst 2009 wurde ausverhandelt, dass nun nach Arbeitsstunden und nicht mehr nach gepflügter Menge und Gewicht bezahlt wird. Nach wie vor gibt es für die Teepflückerinnen ein gutes Sozialsystem, das auf Sri Lanka seinesgleichen sucht: nachdem bei Schlechtwetter, Regen und Nebel nicht gearbeitet werden kann und daher kein Lohn ausbezahlt wird, erhalten die Pflückerinnen – auch nach der Privatisierung der Plantagen – vom Staat Sozialhilfe.

Ceylontee ist weltberühmt und wird von hier aus in fast alle Länder der Erde exportiert.


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